Holger Kiesel lächelt in die Kamera.

Über mich

Das Leben mit Behinderung und die Inklusion begleiten und bewegen mich seit jeher: aufgrund meiner Körperbehinderung, engagiert in Vereinen und als Schwerpunkt meiner journalistischen Arbeit. Hier erfahren Sie mehr über mich.

Start ins Leben

Ich kam am 16. Mai 1974 in Straubing zur Welt. Ich habe zwei ältere Geschwister, einen Bruder und eine Schwester. Wegen Sauerstoffmangels bei der Geburt bin ich körperlich behindert; deshalb sitze ich im Rollstuhl.

1981 wurde ich eingeschult. Ich besuchte das Pater-Rupert-Mayer-Zentrum in Regensburg, eine Förderschule für Körperbehinderte. 1987 wechselte ich aufs humanistische Johannes-Turmair-Gymnasium in Straubing. Das einzige Gymnasium der Stadt, das einen Aufzug hatte. Dennoch war ich damals der einzige Schüler mit Behinderung. Eine herausfordernde Zeit für alle Beteiligten. 1996 machte ich mein Abitur in Latein, Englisch, Biologie und Geschichte.

Studium und Beruf

1996 begann ich mein Studium der Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Regensburg. In dieser Zeit belegte ich meine ersten Kurse im Radio-Journalismus. 2000 machte ich ein Praktikum bei einem regionalen Radiosender. Ich wollte schon damals unbedingt zum Radio. Mit Sprache Bilder im Kopf zu erzeugen, war mein Ding. Außerdem mochte ich Pop- und Rockmusik. 2001 schloss ich mein Studium mit dem Magister ab.

Im selben Jahr hospitierte ich beim Bayerischen Rundfunk (BR) in München in den Abteilungen Zeitfunk, Bayern-3-Musikredaktion und Unterhaltung Wort. 2002 begann ich dort mein Volontariat: eine umfassende Ausbildung zum Hörfunk-Journalisten, übrigens als erster BR-Volontär im Rollstuhl.

Anschließend wurde ich als fest-freier Mitarbeiter für die Bayern-2-Redaktionen Familienfunk und Tagesgespräch übernommen. Ich arbeitete als redaktioneller Mitarbeiter für die Sendung „Das Tagesgespräch“ und für den Familienfunk. Meine Themenschwerpunkte waren unter anderem Gesundheit und das Leben mit Behinderung. Im Programm B5 aktuell betreute und moderierte ich ein monatliches Magazin rund ums Leben mit Behinderung. Als Moderator wurde ich auch von anderen Auftraggebern gebucht, vor allem für Veranstaltungen zum Thema Gesundheit und Inklusion.

Aktiv in der Politik und für die Inklusion

Schon zu meiner Schulzeit engagierte ich mich für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Ich wurde Mitglied im Verein Gemeinsam leben – gemeinsam lernen e. V. in Straubing. Seit 2015 bin ich im Club Behinderter und ihrer Freunde (CBF) in München aktiv. Dort begleite ich unter anderem regelmäßige Wanderungen und Stammtische für jüngere Menschen mit und ohne Handicap.  

Seit 2000 bin ich Mitglied der SPD. 2001 sammelte ich Erfahrungen in der Kommunalpolitik. Unter anderem war ich Kandidat für den Stadtrat meiner Heimatstadt Straubing.

Das professionelle Texten und das Engagement für die Inklusion habe ich nicht nur als Journalist vereint, sondern auch als Kabarettist. 2011 habe ich die Figur Robert Rollinger erfunden und in den Rundfunk und auf die Bühne gebracht. Als Robert Rollinger konnte ich mit Witz und Ironie Menschen erreichen, die sich bislang nicht für Themen wie Barrierefreiheit und Inklusion interessiert hatten.

Anfang 2019 wurde ich zum Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung ernannt. Seitdem ist der Einsatz für die Inklusion in Bayern mein Beruf.

Kerstin Schreyer und Holger Kiesel mit seiner Ernennungsurkunde.

Am 21. Januar 2019 überreichte die damalige Bayerische Sozialministerin Kerstin Schreyer Holger Kiesel die Erkennungsurkunde. Damit war Bayerns Behindertenbeauftragter offiziell ernannt.

Auf einen Blick: mein Lebenslauf

Geboren am 16. Mai 1974 in Straubing.  

Schule und Studium

  • 1981 bis 1987: Pater-Rupert-Mayer-Zentrum, Regensburg, Förderschule für Körperbehinderte.
  • 1987 bis 1996: Humanistisches Johannes-Turmair-Gymnasium, Straubing. Abschluss mit dem Abitur.
  • 1996 bis 2001: Studium der Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Regensburg. Abschluss mit dem Magistergrad.

Gesellschaftliches und politisches Engagement

  • Engagement beim Verein Gemeinsam leben – gemeinsam lernen e. V., Straubing.
  • Seit 2000: Mitglied in der SPD.
  • 2001: Erfahrungen in der Kommunalpolitik.
  • Seit 2015: Aktives Mitglied im Club Behinderter und ihrer Freunde (CBF) in München.

Journalist und Kabarettist

  • 2001 bis 2002: Hospitanz beim Bayerischen Rundfunk (BR); anschließend freie Mitarbeit beim BR.
  • 2002 bis 2004: Volontariat beim BR.
  • 2004 bis 2018: Fest-freie Tätigkeit beim BR als Redakteur, Autor und Moderator. Themenschwerpunkte unter anderem: Gesundheit und Leben mit Behinderung.
  • Oktober 2011: Entwicklung der Kabarett- und Radiofigur „Robert Rollinger". Auftritte im Radio und auf Kabarettbühnen.

Amt des Beauftragten

  • 2019: Ernennung zum Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung.